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Randnotizen oder die Auflösung der Wunderkammer
Nagl~Wintersberger
Galerie Lindenhof, 3820 Raabs an der Thaya, Oberndorf 7
Vernissage mit live Performance 17. Juni 2023, 19.30, Eintritt frei.
Ausstellungsdauer: 18. Juni bis 23. Juli 2023
Ein Projekt im Rahmen des Wald/4-Festival 2023.

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“Ein besonderer Ausschnitt der Welt erfährt in einer analog-digitalen Installation verstärkte Aufmerksamkeit. Banales, Ungeliebtes, Hässliches wird in analoger Form gesammelt und zusammen mit AR-Artefakten und 3D-Drucken präsentiert.”
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Wir arrangieren und kombinieren, kollaborieren und kooperieren miteinander, wir interagieren und wir reagieren aufeinander, auf den Raum [POTIEMKIN], wir sammeln und wir tragen Dinge zusammen, die uns wichtig sind im Zusammenhang mit dem Thema „Randnotiz“. Wir suchen Dinge mit Bedeutung oder Nicht-Bedeutung, und tragen sie zu einer gesamträumlichen Komposition zusammen. Wir entscheiden über den Sinn und die Bedeutung der einzelnen Artefakte und Gegenstände, suchen Verbindungen zwischen ihnen, und arrangieren eine auf Blickachsen und Perspektiven bezogene Nähe zwischen den ausgewählten, ausgesuchten und ausgestellten Dingen.
Dazu ist es wichtig, auf den Ausgangspunkt zu referenzieren: das Unbeachtete, das als hässlich Geltende, Unschöne, Ungeliebte, Unsichtbare und Randständige wird durch die Kontext-Verschiebung von einem imaginären Rand [ERDUNG] in eine erdachte Mitte gerückt.
Die einzelnen Darstellungen spiegeln sich in wiederkehrenden physischen, digitalen und erweiterten Zuständen wieder, wobei der Skalierungsfaktor der Dinge sich in alle Dimensionen verschieben kann. [ÜBERGANG] Der Galerieraum selbst wird in Form von unterschiedlichen 3D Druckskulpturen transformiert, und verweist einerseits auf seinen architektonischen Ursprung und andererseits auf die vernetzte und aufeinander bezugnehmende Formensprache des Gesamtkontexts der Ausstellung..

Ein eigens in die Galerie versetzter Lesesteinhaufen aus Granitblöcken erfährt eine neue Sinn(be)deutung und Aufladung im Ausstellungsraum und lädt dazu ein, die Schönheit im Ungeliebten zu entdecken. Die Steine selbst schweben als digitale Referenzen, Planeten gleich auf schwarzem Grund in einer Videoinstallation und sind gleichzeitig in einem weiteren Raum als Bildtableaus – „Flugsteine“ – auf den Wänden arrangiert. Schwerelos von der Galerie-Decke hängend hinterfragen sie das Gewicht irdischen Gesteins. [SPHÄRISCH]
Die Bilder in den einzelnen Ausstellungsräumen bilden Fenster und Ausblicke in die Thematik, teils abstrakt, teils sehr konkret spiegeln sie Unorte aus dem Waldviertel wieder oder verbergen die Künstlerin Andrea Nagl bewusst hinter Steinen als Masken.
Ein Materialdiskurs findet statt, ein Gegensatz zwischen physisch dichter Materialität wie Stein, physisch ephemerer Gestalt wie Pflanzenreste und Knochen, sowie artifizieller Materialität in Form von PLA gedruckten 3D Modellen. [PLASTIC PLANET]
Natur trifft in seiner puren Natürlichkeit auf Kunst in ihrer ausgestellten Künstlichkeit.
Mittels AI Programmen generierte 3D Mischwesen erweitern den Kontext noch einmal radikal in eine sich verselbständigende Gegenwart. Hier verbindet sich wieder die ursprüngliche Idee der Randnotiz, die Wirklichkeit in ihrer vielfältigen Variabilität erschöpft sich nicht nur in den Einzelzuständen, sondern wird in seiner permanenten Transformation sichtbar gemacht und durch die Einbindung von AI generierten Formaten in eine scheinbare Gleichwertigkeit gesetzt [WUNDERKAMMER]. Damit ist wiederum ein Gegensatz angedeutet. Die Gegensätzlichkeit von Form, Material und Bedeutung wird durch die Polarisierung erkennbar und als ästhetische Erfahrung etabliert.
Und wenn wir den Sinn noch nicht gefunden haben, bietet ein Berg aus 1000 Glückskeksen einen Kosmos absurder Prophezeiungen, die ihrerseits nur eine Randnotiz in unserer Wunderkammer bleiben.
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DOKUMENTATION:
-> Album Performance Andrea Nagl zur Vernissage am 17.6.2023
-> Album umfangreiche Dokumentation Ausstellung
-> kurzes Video der Performance auf InstagramVideo Installationen:
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Wald/4-Festival 2023 – Programm -> Infos
19 Uhr: Einlass
19:30 Uhr: Liveperformance
20–21:30 Uhr: Ausstellungseröffnung
Ausstellungsdauer: 18. Juni bis 23. Juli 2023
Mi bis So von 13–18 Uhr„Randnotizen oder die Auflösung der Wunderkammer
Die Ordnung der DingeEine Randnotiz ist eine Anmerkung, Erweiterung, eine individuelle Ergänzung und Kontextualisierung. Sie ist ein persönlicher Code, den andere kaum entziffern können. Eine Wunderkammer stellt Verbindungen zwischen Gegenständen her und schafft eine scheinbare Ordnung der Dinge. Ihr Wesen liegt in der Verrätselung, in einer subjektiven Kuratierung von Welt-Ausschnitten.
In unserer Installation wird der Welt-Ausschnitt zur Randnotiz und umgekehrt. Das scheinbar Banale, Ungeliebte oder Hässliche erfährt verstärkte Aufmerksamkeit, wird zu einem besonderen Ausschnitt der Welt und löst den Widerspruch zwischen Mitte und Rand auf. Wir sammeln, forschen, wählen Dinge, (Fund-)Objekte in Form von Foto, Video, Zeichnung/Skizze aus und präsentieren diese zusammen mit Augmented-Reality-Artefakten, 360°-Panoramen und 3D-Druck-Objekten. Die Installation wird durch eine performative Aktion eröffnet.“
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1. DOKUMENTATION auf instagram -> @naglwellewintersberger

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.Andrea Nagl / Nagl ~Wintersberger 2023
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Ein Kommentar zu “RANDNOTIZEN”
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